Geistlicher Impuls des Monats

September

Liebe Leserinnen und Leser,

„Geht’s noch?“

Diese Frage ist das Motto der diesjährigen religiösen Kinderwoche (RKW), die sich mit dem Zustand der Umwelt unserer Erde befasst. Ökologie ist bei verschiedenen Parteien und Bewegungen ein Anliegen, müssen da wir als Kirche auch auf diesen Zug aufsteigen? Ich denke, dass wir durch die Offenbarung in der Bibel und in der Person Jesu Christi einen Schatz haben, der uns einen wirklich ganzheitlichen Zugang zur Schöpfung geben kann. Die letzten Päpste haben wiederholt von der Weite der Ökologie und Natur gesprochen: unser „gemeinsames Haus“, das uns anvertraut ist zu hüten und bearbeiten, besteht aus dem, was man allgemein unter Natur versteht, aber auch aus der inneren menschlichen Natur und der Natur unseres Zusammenlebens. So wie es in der belebten Natur vieles zu schützen, bewahren und zu behüten gibt, gibt es auch in der „Ökologie des Menschen“ vieles zu schützen, bewahren und zu behüten. Egal, was schwach und verletzlich ist, ob Wälder, Gewässer, Völker, kranke, schwache Menschen, am Beginn oder Ende ihres Lebens, oder auch unser inneres geistliches Leben, alles verlangt unsere Achtsamkeit. Eine Wegwerfgesellschaft, die alles an Brauchbarkeit festmacht, macht am Ende auch den Menschen zum im Extremfall überflüssigen Produkt.

„Geht (e)s noch?“ Der Zelebrant während unseres RKW-Gottesdienstes in Zinnowitz sprach davon, dass das „es“ für uns Christen mit einer Person ersetzt wird, Christus, Gott selbst geht noch, geht weiter, geht voraus, geht hinterher und inspiriert uns im Großen und im Kleinen Wege zu finden, die uns lehren zu hüten und zu bewahren was und wer uns anvertraut ist. Auch unsere Seele möchte immer neu von allem Müll befreit werden, um fruchtbare Schöpfung mit der ganzen Natur zu sein.

                  Mit Segensgrüßen,

                 Ihr Michael Wiesböck, Pfr.