Geistlicher Impuls des Monats

Juni

Der Juni ist reich an hohen Festen: Pfingsten, Dreifaltigkeit, Fronleichnam, Johannes der Täufer, Herz Jesu, Peter und Paul, um nur die wichtigsten zu nennen.

 

Pfingsten, das zugleich Ende der Osterzeit und Geburtsstunde der frühen Kirche ist, bietet einen wunderbaren, wirklich geistvollen Auftakt in diesen Monat. Jesus hat uns sein Vermächtnis hinterlassen, seinen Lebensatem, der uns ermöglicht, gemeinsam in seinen Leib verwandelt zu werden. Es gab einmal die

(Irr-)Lehre, dass das Alte Testament das Zeitalter des Vaters war, dann der Sohn kam und wir uns jetzt im Zeitalter des Geistes befinden. Erstens lassen die Drei sich nicht auseinander dividieren und zweitens zielte das sogenannte Zeitalter des Geistes darauf hin ab, dass jetzt fließend alles möglich sei, da der Geist weht, wo er will und es eigentlich keiner Geschichte und Verankerung im Überlieferten mehr bedarf. Christliche Gemeinschaft ist aber immer dann Leib Christi, wenn sie zeit- und raumumfassend mit ihm verbunden ist, wenn wir uns also in Kontinuität und geistgewirkter Einheit durch die Weltgeschichte bewegen.

 

Genug philosophiert; gerade dass wir den Fronleichnamssonntag nutzen dürfen, gemeinsam als Pfarrei mit ihren Gemeinden und Gruppen zu feiern, ist in meinen Augen eine wunderbare Gelegenheit zu erfahren, wie der eine Jesus Christus, gegenwärtig im eucharistischen Brot, uns alle sammelt. Er sammelt im Gebet, im Dank und im Mithelfen und gemeinsamen Feiern, mit hoffentlich freudiger Ausstrahlung auch in unsere Nachbarschaft.

 

Auf verschiedenste Weise darf ich erfahren, wie wichtig solche Momente der gemeinschaftlichen Sammlung sind. Besonders erfreut hat mich in diesem Zusammenhang die Familienfahrt nach Zinnowitz direkt nach Ostern. Oder auch andere Gelegenheiten, die jetzt, Gott sei Dank, wieder möglich sind. Manchmal bedeuten sie einen gewissen Aufwand, der sich aber immer auszahlt, vor allem wenn man den uns verbindenden nicht aus den Augen verliert.

 

Mit herzlichen Segensgrüßen,

               Michael Wiesböck, Pfr.