Geistlicher Impuls des Monats

Januar

Ein neues Kalenderjahr beginnt. Manchmal kann man sich vor lauter Jahresrückblicken und gut gemeinter Tipps für gute Vorsätze schon gar nicht mehr retten. Da wir zeitliche Wesen sind, ist Rückblick und Aus-blick sicher nichts Verkehrtes; wenn das aber zum leeren Ritual wird, wird es zu einer Art Dauerschleife.

Das Neue, das der christliche Glaube auch in der Kultur und Philosophie des römischen Reiches gebracht hatte, war gerade die Zeit nicht mehr als ein ewiges Rad, ein sich ewiges Kreisen zu sehen, wo es nichts fun-damental Neues gibt. Mit Jesus Christus, der kam, „als die Zeit erfüllt war“, haben wir Anfang, Ende und Höhepunkt in einem.

Anfang des Heiles, das sich im vor-läufigen Schon und Noch-Nicht unse-rer menschlichen Erfahrungen entfal-ten möchte. Wie viele gute Anfänge habe ich schon erleben oder sogar mitanstoßen können?

Ende des Unheils. Durfte ich auch davon im Kleinen schon Zeuge oder Mitwirkender sein?

Höhepunkt im Sinne von Moment der Erfüllung. Welche erfüllende o-der erfüllte Augenblicke kenne ich?

Für den traurigen Fall, dass sich bei keiner dieser Fragen eine Antwort finden ließe, bleibt aber immer noch unsere offene Zukunft, die auch in Seiner Hand liegt.

Ein gesegnetes Jahr 2022 wünscht Ihnen

Ihr Michael Wiesböck, Pfr.