Meldung

Marienmonat Mai
Die schönste unter allen Frauen

Maiandachten finden in unserer Pfarrei an folgenden Tagen statt:

St. Dominicus, mittwochs, 18.00 Uhr
Bruder Klaus, dienstags, 18.00 Uhr
St. Joseph, dienstags, 18.30 Uhr

 

Aus der Geschichte der Maiandacht:

Bereits in den ersten Jahrhunderten des Christentums gab es in der koptischen Tradition (in Ägypten) einen Frühlingsmonat (kiahc), der einer besonderen Verehrung Mariens gewidmet war. Kiahc (Dezember) entspricht meteorologisch  unserem Mai. In diesem Monat versammelten sich die koptischen Gemeinden vor den mit Blumen buntgeschmückten Marienstatuen und hielten ihre Andachten.

Die Tradition des Marienmonats wurde auch im Heiligen Land und Syrien übernommen. Im 7. Jahrhundert ist diese Gebetsform bereits in Kleinasien und Griechenland praktiziert.

Die Verehrung Mariens im Mai in dem westlichen Kulturkreis hat heidnische griechisch-römische Wurzeln. Im antiken Griechenland war Artemis die Vegetations- und Fruchtbarkeitsgöttin. In Rom die Göttin Flora.

Die Kirche versuchte die heidnische Kultur zu christianisieren und alte Traditionen umzuwandeln.

So entstand wahrscheinlich die Idee, den schönsten Frühlingsmonat Mai der schönsten aller Frauen zu widmen. Maria als die prachtvollste Blüte. 

Die Verbreitung der marianischen Verehrungsfeiern im 13. Jahrhundert speziell im Mai verdankt Europa dem spanischen König Alfons X., der die Gläubigen intensiv zu der andächtigen Versammlung vor Marien Abbildungen ermuntert hat.

Ein weiterer entscheidender Verbreiter des Kultus Mariens war der Dominikaner Heinrich Seuse, ein Schüler des bekannten Mystikers Meister Eckhart. In seinen Texten schreibt er, wie er bereits als Kind für Maria im Mai Blumen sammelte. 

Zum ersten Mal wurde Mai als Marienmonat 1549 im Buch „Geistlicher Mai“ genannt.

Der Vater der Maiandacht war der italienische Jesuit Ansolani. Von Italien ausgehend, verbreitete sich diese Form der Marienverehrung im 19. Jahrhundert und setzte sich schließlich weltweit in der katholischen Kirche durch.

Papst Paul VI. empfahl in seiner Enzyklika „Menso maio“ („Im Monat Mai") vom 1. Mai 1965 die besondere Verehrung Mariens in diesem Monat. Der Papst schreibt, es sei „eine teure Gewohnheit Unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, sooft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten".

Maiandachten haben keine festgelegte Form. Es gibt viel Raum für eine eigene Gestaltung. Elemente einer Maiandacht können u. a. volkstümliche Marienlieder, Musik, Rosenkranz, Litaneien, Lesung aus der Heiligen Schrift, geistliche Lesung, Fürbitten und Aussetzung des Allerheiligsten sein.

Der Marienmonat Mai mit seinen offenen Gebetsformen kann ein meditativer Weg mit Maria sein. Dabei kommt Maria die Aufgabe zu, die Mütterlichkeit Gottes sichtbar zu machen und die Menschen zu Christus zu führen.

        

                         Raimund Rösler