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Das Gebet in der Sommerzeit

Sommerzeit

Wenn wir mit dieser Sommerausgabe des Pfarrbriefs unsere Gedanken in der warmen Jahreszeit in die Ferne schweifen lassen oder auch ganz in der Nähe bleiben, sind wir mitten drin im Jahresthema 2024 zur Vorbereitung auf das Heilige Jahr 2025: GEBET!

Wir nehmen uns Zeit für Dinge, die liegen geblieben sind, ordnen uns und unser Umfeld – sei es im wörtlichen oder im übertragenen Sinne. Manche Vorhaben kommen sonst im Trubel des Alltags zu kurz oder brauchen mehr Zeit und Ruhe, als im Rest des Jahres investiert werden kann, sei es am Strand, in den Bergen, auf dem platten Land, daheim oder in der Ferne. Manche von uns begeben sich ganz ausdrücklich auf eine Wallfahrt mit den wunderbaren Ent-deckungen von Orten, an denen Menschen zu bestimmten Zeiten Gott und einander begegnet sind. Manchmal sind es die kleinen und unscheinbaren Plätze, ein anderes Mal sind es die großen und bedeutenden Orte, wieder ein anderes Mal ist es ein gutes Buch oder ein Gang durch die Natur. Viele suchen in dieser Zeit nach einem „Sommermärchen“. Könnte es ein solches Sommermärchen sein, Gott und sich selbst neu zu finden?

Gott hat uns längst gefunden, spätestens bei unserer Taufe hat er ja zu uns gesagt und ruft uns zu: Ich bin da, ich nehme Dich so, wie Du bist, mit allem, was Dein Leben ausmacht: Freuden und Sorgen, Fragen und Antworten. Manche brechen auf, um andere Kulturen zu erleben, um zu 

fühlen, wie andere Menschen Gott begegnen. Andere bekommen Besuch und begegnen Menschen (neu), die sie lange nicht gesehen haben und finden mit ihnen Gott neu oder wieder. Alles, was es braucht, ist Offenheit und Entdeckerdrang. Ausgehend von Gott selbst, der uns durch seinen Sohn im Heiligen Geist geschenkt ist, dürfen wir BEGEGNUNG erleben. Die Jüngerinnen und Jünger haben durch die Generationen Gottes Liebe in alle Welt getragen und alle sind eingeladen, bei diesem Projekt mitzumachen. Im Gleichnis vom Sämann haben wir es neu gehört: Gottes gutes Wort ist ausgesät – die Bitte an uns ist es, bei der Pflege des Bodens und beim Wachstum zu helfen (vgl. Mk 4, 26-34). Mit einem Gebet dürfen wir sprechen:

Herr, es ist Sommer.
Ich danke dir für diese wunderschöne Jahreszeit.
Du läßt für uns die Sonne vom blauen Himmel scheinen, die Vögel singen, die Blumen blühen und wir dürfen die langen Tage in deiner Gegenwart genießen.
Einige haben schon Ferien und die anderen sind noch voller Vorfreude auf die Auszeit.
Herr, ich möchte dich um deinen Segen bitten für diese Zeit. Sei bei den Menschen, die in Urlaub fahren, dass sie wohlbehütet an ihrem Ferienort ankommen.
Schenke du aber auch allen, die zuhause bleiben, eine erholsame Zeit mit vielen Wohlfühlmomenten.
Sei du bei jedem von uns gegenwärtig und schenke uns deinen Frieden.
Laß uns gestärkt für neue Anforderungen in unseren Alltag zurück kehren.

Amen.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gesegnete und erfüllte Zeit!

                  Msgr. Ulrich Bonin