Geistlicher Impuls des Monats

April

Liebe Schwestern und Brüder!

als ich in diesen Tagen eine Patientin im Klinikum Neukölln besuchte, erzählte sie mir, dass sie sich sehr darauf freue, dass die Uhr wieder auf die Sommerzeit umgestellt werde – die Tage werden sich dann spürbar länger anfühlen.

Sie werden jetzt einwenden können, dass der Tag immer noch nur 24 Stunden hat und sich die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang durch die Umstellung auch nicht verändert. Das stimmt zwar, aber für viele Menschen fühlt es sich trotzdem anders an – die Perspektive ändert sich...

Wir Christen feiern in diesem Jahr zu Beginn des Monats April DAS Hochfest unseres Glaubens – die drei österlichen Tage!

· Am Gründonnerstag feiern wir das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern – wegen des bevorstehenden Leidens und des Todes Jesu ist es ein eher nachdenkliches Feiern. Die Freude über die Einsetzung vom Abendmahl zeigen wir dann erst an Fronleichnam.

· Am Karfreitag gedenken wir dann des Leidens und Sterbens Jesu. Aus Liebe zu uns Menschen gibt sich Jesus dahin.

· In der Feier der Osternacht bzw. an Ostern feiern wir dann DAS Fest des Lebens! Er ist wahrhaft auferstanden und schenkt auch uns damit ewiges Leben!

Gegen all unsere menschliche Erfahrung ist Jesus von den Toten auferstanden und seinen Jüngern erschienen.

Dieses Ereignis ist der Grund, aus dem es die Kirche überhaupt gibt, und wir haben als Christen auch heutzutage die Aufgabe, diese Botschaft weiterzugeben.

Mit dieser Botschaft und dem Glauben daran fühlt sich unser irdisches Leben anders an – die Perspektive ändert sich…

In diesem Sinne habe ich versucht, in den zurückliegenden Jahren meinen Dienst in der Kirche und im Krankenhaus Neukölln zu leisten. Zum Ende des Monats werde ich aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Nach fast vierzig Dienstjahren im Erzbistum Berlin gehe ich in den Ruhestand.

Für das Vertrauen der Patienten, für die Begleitung von Menschen in besonderen Lebenssituationen, für ihr Gebet und ihre Unterstützung möchte ich mich sehr herzlich bedanken.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie österliche Menschen bleiben und den Mut haben, die Botschaft von der Auferstehung Jesu weiter zu sagen. Der Glaube an seine Auferstehung ändert die Perspektive unseres Lebens.

Der Volksmund sagt: Am Ende wird alles gut!  Und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu Ende…

Die drei österlichen Tage zeigen uns dies deutlich. Durch die Perspektive der Auferstehung Jesu können wir am Karfreitag seines Leidens und Todes gedenken, ohne zu verzweifeln und dann voller Freude Ostern feiern!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest

                      Diakon Gregor Bellin