Geistlicher Impuls des Monats

Februar

Wie spricht Gott?

Zu Beginn des Jahres haben wir in den Gottesdiensten einige Bibelstellen, die Rufe in die Nachfolge darstellen. In der Fastenzeit werden wir Rufe zur Umkehr hören. Gott hat also in der Geschichte schon oft Menschen angesprochen und will es auch heute noch tun. Manchmal kann gerade das Hinhören auf so eine biblische Geschichte uns helfen, hören zu lernen. Manchmal spricht Gott durch andere lebende Menschen zu uns. Immer aber gibt es auch eine innere Stimme, auf die es zu hören gilt.

Das Gewissen spricht beständig, wenn wir es nicht unterdrücken. Der Heilige John Henry Card. Newman (1801-1890) hat sich dazu einige wichtige Gedanken gemacht, die sich von der allgemeinen Meinung unterscheiden:

„Das Gewissen ist weder ein weitsichtiger Egoismus noch der Wunsch, allein mit sich selbst im Einklang zu leben. Es ist vielmehr ein Bote von Ihm […], der zu uns spricht, uns lehrt und regiert. Das Gewissen ist der ureingeborene Stellvertreter Christi: ein Prophet in seiner Botschaft, ein König in seiner Entschlossenheit, ein Priester in seinen Segnungen und Verdammungen. Und selbst wenn das ewige Priestertum in seiner gesamten Kirche aufhören würde zu bestehen, bliebe in ihm das priesterliche Prinzip bestehen und würde seinen Einfluss haben.“ (Letter to the Duke of Norfolk)

Im Unterschied dazu die säkulare Alternative des Gewissens, die nach Newman nur eine Schöpfung des Menschen ist: „Es ist das Recht des Eigenwillens. Das Recht, nach eigenem Urteilsvermögen oder nach der eigenen Stimmung zu denken, zu sprechen, zu schreiben und zu handeln, ohne überhaupt an Gott zu denken. Das Vorrecht des Bürgers, dass jeder in allen Dingen sein eigener Herr ist; das absolute Recht und die Gewissensfreiheit, sogar auf das Gewissen zu verzichten.“ (ebda.)

Lasst uns darauf gerade nicht verzichten, sondern immer wieder auf Jesus Christus hören durch seine Worte von außen aus der Bibel und der Überlieferung, als auch durch seine Worte in unserem Innern.

Mit herzlichen Segensgrüßen zum guten Hinhören!

            Ihr Michael Wiesböck, Pfr.